7 Missverständnisse in der Erziehung- oder wie sich unsere Erziehungsziele erreichen lassen

Nr. 4 Strafen, drohen und Konsequenzen – Wie fördern wir das Selbstwertgefühl

Das Missverständnis liegt in der Annahme, dass Kinder Strafen, Regeln und Konsequenzen brauchen. Welche Gründe führen wohl zu diesem immer noch hartnäckigen Glauben?

Ich könnte mir vorstellen, dass möglicherweise folgende Aspekte eine Rolle spielen:

Gesellschaftlicher Druck

Eltern stehen heute mehr denn je unter dem Argusauge der Politik, Schule und der Gesellschaft allgemein. Entweder sind wir Helikoptereltern oder Rabeneltern. Berichte über verhaltensgestörte Kinder in Schule und Elternhaus nehmen zu. Sie werden als auffällig und schwierig eingeordnet und insbesondere mit ihren Defiziten gesehen. Unzählige Erziehungsratgeber und Experten warnen vor Tyrannenkindern, wenn wir nicht hart durchgreifen. Diese Meldungen sitzen uns im Nacken und verunsichern und beeinflussen uns mal mehr mal weniger in unserem Erziehungsverhalten.

Angst vor Kontroll- und Autoritätsverlust

Oft sind wir im Modus gefangen, alles unter Kontrolle haben zu müssen. Wir befürchten sonst, dass alles aus dem Ruder läuft oder dass wir, wenn wir nicht zeigen wer hier das Sagen hat, unsere Elternrolle in Frage gestellt wird. 

Alles perfekt machen wollen/Ungeduld und Stress

Eltern geraten im Alltag ganz oft an ihre psychischen und physischen Grenzen und haben keine Kraft mehr. Nicht weil sie als Eltern unfähig sind, sondern weil die Überforderung zum Elternsein dazu gehört. Ich begegne vielen Eltern die einen extremen Anspruch an sich selbst haben, alles perfekt machen zu wollen. Alles soll immer harmonisch sein und funktionieren. Ungeduld und Stress sind da vorprogrammiert. Seien sie nicht so streng mit sich selbst. Es muss und kann nicht alles perfekt sein und stoppen sie das Vergleichen mit anderen. 

Eigene Wertvorstellungen

Wenn Sie sich an ihr Elternhaus zurückerinnern, fallen ihnen bestimmt einige Familienmottos, die bei Ihnen galten ein wie z.B. „Zuerst die Arbeit dann das Vergnügen“, oder „Ordnung ist das halbe Leben“, „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Dies kann dazu führen, dass diese oft – wenn auch unbewusst noch wirken. So sind wir im Erziehungsalltag versucht, diese Werte unseren Kindern überzustülpen. Doch, was für Sie als ein aufgeräumtes Zimmer gilt, muss noch lange nicht für ihr Kind gelten.

Eigene Erziehung und Empfindlichkeiten (z.B. „ich werde nicht ernst genommen“)

Die eigene Erziehung kann unser heutiges Erziehungsveralten beeinflussen. Auf der emotionalen Ebene kann sich das wie folgt ausdrücken. Hatten wir einen eher kühlen oder strafenden Umgang erlebt, blieben wichtige Grundbedürfnisse unerfüllt. Kinder können mit ihrem Verhalten aggressive Gefühlsanteile in uns aktivieren. Wir werden wütend, weil sie nicht tun, was wir für richtig halten oder unser Anliegen (mach jetzt die Hausaufgaben, leg jetzt dein Smartphone weg) nicht gehört wird. So kann es sein, dass wir dadurch unbewusst in unsere kindliche Gefühlswelt zurückkatapultiert werden. Ich werde nicht gehört, gesehen. Es kann sein, dass wir dann empfindlich reagieren und um diese Spannung auszugleichen unsere machtvolle Position ausnutzen und laut werden, strafen oder drohen und uns durchsetzen wollen. 

Folgen von Bestrafung

Bestrafungen und Drohungen gegenüber Kindern sind psychische Gewalt! Sie sind verletzend, demütigend und destruktiv für die Beziehung. 

  • Behindern die Entwicklung und die Sensibilität für andere und sich selbst.
  • Behindern auf längere Sicht die Fähigkeit, sich einzufühlen sowie Empathie zu entwickeln
  • Verursachen Ärger und Wut beim Kind und den Wunsch nach Rache 
  • Beeinträchtigen die Entwicklung von Emotionen

Strafen schaffen trennende Beziehungen und ein Gefühl von Alleinsein und emotionalen Abstand. Doch gerade innige Verbindungen sind es, Wärme und Mitgefühl die eine verlässliche Bindungsperson ausmachen. Kinder sind von Erwachsenen abhängig und benötigen Sie, um ihnen bei der Stressbewältigung zu helfen, sie zu co-regulieren (regulierte Selbstregulierung) und zu beruhigen. 

  • Strafen sind abschreckend, erniedrigend, verletzend und nutzen sich mit der Zeit ab
  • Strafen können das unerwünschte Verhalten unterdrücken, sind jedoch nicht nachhaltig 
  • Der Bestrafende hat Macht über den „Täter“. 
  • Gefühle des Bestraften sind oft, Ohnmacht, Wut, Trauer, Trotz oder Rache.

Das Ziel von Bestrafung ist genaugenommen, Autorität durchzusetzen und ein unerwünschtes durch ein erwünschtes Verhalten zu erzielen.  Doch Eltern berichten, dass durch Bestrafung, dass unerwünschte Verhalten nicht abnimmt. Es kann beobachtet werden, dass es eher zunimmt. Manchmal zeigen Strafen einen kurzfristigen Erfolg, deshalb ist es so verführerisch sie einzusetzen. Doch oft werden sie zum Nährboden von Machtkampf zwischen Eltern und ihren Kindern.

Ich möchte Sie bestärken:  Strafen, «wenn du nicht…dann»-Sätze und Konsequenzen sind nicht notwendig! Sie spüren, dass sie mit einem strafenden Umgang ihr Kind abwerten und die Grenzen des Kindes übertreten und fühlen sich dabei auch nicht wohl.  Haben sie dabei Geduld mit sich selbst. Es wird nicht von Heut auf Morgen gehen. Ihre Bedenken sind unbegründet:  ihr Kind wird durch einen gleichwertigen Umgang nicht lernen, dass es ihnen «auf der Nase herumtanzen» kann, sondern dass Sie es mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen ernst nehmen. Das bestärkt ihr Kind und wirkt sich positiv auf seinen Selbstwert aus.  Ein wertschätzender, gewaltfreier Umgang, der von Gleichwertigkeit geprägt ist, bietet eine gute Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl.

7 Missverständnisse in der Erziehung- oder wie sich unsere Erziehungsziele erreichen lassen

Nr. 3 Konsequent sein – Wie fördern wir Selbstbewusstsein 

Ein grosses Missverständnis in der Erziehung liegt darin, dass wir glauben, dass gute Erziehung von konsequentem Handeln abhängt. Doch oft, kränken und verletzen wir dabei unsere Kinder und lösen bei ihm Ärger, Wut und Enttäuschung aus. Der Preis ist hoch, denn gleichzeitig werden auch körperliche Grenzen übertreten und wir vermitteln folgende Botschaften:

  • Ich werde in meinen Bedürfnissen nicht ernstgenommen und gehört
  • Ich bin es nicht wert, dass achtsam mit mir umgegangen wird

Eltern fühlen sich in der Regel damit auch nicht wohl. Sie spüren, dass sie Grenzen des Kindes überschreiten, und auch, dass sie ihre elterliche Macht missbrauchen, um sich durchzusetzen. Doch wir können uns auch dazu entscheiden, die Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen anstatt zu kämpfen

  • Machtkampf vermeiden
  • Verständnis zeigen
  • Kompromisse suchen
  • Unterstützung anbieten

Kinder lernen dadurch: „Ich zähle und meine Bedürfnisse sind wichtig.“ Dies fördert ein gutes Selbstbewusstsein. 

7 Missverständnisse in der Erziehung – oder wie sich unsere Erziehungsziele erreichen lassen

Nr. 2 Grenzen setzen – Wie fördern wir das Einfühlungsvermögen unserer Kinder? 

Kinder lernen Grenzen zu akzeptieren, wenn wir ihre Grenzen wahren!

Wir glauben oft, dass Erziehung ohne Grenzen zu setzen unmöglich sei. Eine grenzenlose Erziehung ist gleichsam problematisch, wie eine Grenzen setzende. Denn das Missverständnis liegt hier in der Annahme, dass Kinder ohne Grenzen zu «Tyrannen» werden. So sind es jedoch die Eltern, die ihre Grenzen in Form von Haltung, Meinung, Bedürfnis und Gefühl für das Gegenüber (Kind) sichtbar machen sollen und dadurch Position beziehen können. Eine Eltern-Kind-Beziehung sollte nicht vorwiegend aus Verboten, Regeln und Grenzen bestehen. Viel wichtiger scheint mir, dass sich Eltern klar darüber werden, was sie wollen und damit Bewusstsein für die eigenen Grenzen schaffen.

  • Position beziehen statt Grenzen setzen
  • Es ist für Kinder elementar, dass Eltern sich positionieren
  • Ein NEIN kann und darf dabei klar und freundlich sein

Mit Wertschätzung ausgedrückt können wir unsere Position beispielsweise so ausdrücken:

  • „Mir ist es wichtig, dass….(Meinung/Haltung)
  • „Ich möchte jetzt, dass…, weil ich mich …fühle (Bedürfnis/Gefühl)

Kinder lernen Grenzen zu akzeptieren, wenn wir ihre Grenzen wahren und können so lernen, Einfühlungsvermögen für andere zu entwickeln. 

7 Missverständnisse in der Erziehung – oder wie sich unsere Erziehungs-Ziele erreichen lassen

Nr. 1 Kontrolle – Wie fördern wir die Selbständigkeit und Verantwortung unserer Kinder?

Oft sind wir im Modus gefangen alles unter Kontrolle haben zu müssen. Wir befürchten sonst, dass „alles aus dem Ruder läuft“ oder dass wir, wenn wir nicht zeigen wer hier das Sagen hat, unsere Elternrolle in Frage gestellt wird.

Um unser Erziehungsziel Selbständigkeit und Verantwortung zu erreichen, ist es absolut notwendig, dass Kinder auch eigene Erfahrungen machen dürfen und für Bereiche, in denen es möglich ist, auch selbst Verantwortung zu übernehmen und tragen zu dürfen. Zur Zeit der Einschulung können in jenen Bereichen Räume für Autonomie geschaffen werden:

  • Ihr eigenes Zimmer
  • Ihre Hausaufgaben
  • Die Auswahl ihrer Freunde
  • Ihr Aussehen
  • Ihre Kleidung
  • Den Umgang mit Taschengeld
  • Ihre eigenen Gefühle und Handlungen

Eltern fällt es oft schwer ihren Kindern einen Bereich verantwortlich zu überlassen und ihre Machtposition aufzugeben. Oft sind sie noch zu sehr in der eigenen Vorstellung verhaftet, wie etwas aus ihrer Sicht zu sein hat. Es ist weder die Meinung, dass das Kind immer und zu jeder Zeit machen soll, was es will und auch nicht, dass es sich in dieser Verantwortung selbst überlassen ist. Bedeutend ist jedoch, dass das Kind eigene Erfahrungen mit sich und seinen Bedürfnissen sowie Selbstorganisation in verschiedenen Bereichen machen darf – auch bei den Hausaufgaben.

Wenn es Eltern gelingt, sich von eigenen Vorstellungen, wie etwas zu sein hat, zu lösen und stellvertretend Kinder begleiten und sie in ihren Bedürfnissen ernst nehmen, unterstützen sie hiermit die gesunde Entwicklung in der Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Kinder.

Wie die eigene Erziehung uns in unserem Erziehungsverhalten beeinflusst

Viele konfliktreiche Situationen und Überforderungen im Erziehungsalltag lassen sich vermeiden, wenn wir uns über unsere eigene biographische Vergangenheit bewusst werden.

«Eltern strafen vor allem, weil sie in ihrer Kindheit selbst bestraft wurden.»

Wenn Eltern in ihrer Kindheit Bindungs- und Bezugspersonen erlebt haben, die Bestrafung und Konsequenzen als probate Erziehungsmassnahmen eingesetzt haben, finden sie kaum alternative Möglichkeiten im Umgang mit Konfliktsituationen und fühlen sich hilflos. Weshalb ist das so?

Wurden wir in Konfliktsituationen mit unseren eigenen Eltern durch Bestrafung abgewertet, gedemütigt oder kleingemacht, wurden unsere emotionalen Bedürfnisse und Gefühle übergangen. Als Folge davon entstand ein Gefühl der Hilflosigkeit, Schwäche und Ohnmacht. Die emotionalen Bedürfnisse nach Anerkennung, Wertschätzung, «gesehen werden“, „wichtig sein» blieben unerfüllt.

In alltäglichen Situationen, bei welchen ein Kind sich nicht so verhält, wie wir es als Mutter oder Vater wünschen, z.B. eine Anweisung nicht befolgt trotz mehrmaligem Wiederholen, fühlen wir uns nicht gehört und nicht ernst genommen. Wir fühlen uns in unserer Rolle als Eltern in Frage gestellt.

Das Kind löst in uns einen unbewussten Prozess aus. Dieser lässt uns blitzschnell in den als Kind erlebten seelischen Zustand ankommen. Indem sich unser emotionales Nervensystem daran erinnert, wie wir uns damals in der Kindheit gefühlt haben. Du bist klein, schwach und hilflos.

Dies verursacht einen unheimlichen Spannungszustand. Diesen möchten wir schnellstmöglich überwinden und bedienen uns einem Mechanismus der einen Ausgleich schaffen soll. In Stress-Situationen greifen wir auf Handlungsmuster zurück die wir selbst erlebt haben. Indem wir nun selbst unser Kind bestrafen, können wir unser emotionales Ungleichgewicht wiederherstellen. Durch diese Massnahme erleben wir nun anstelle der Hilflosigkeit Macht. Diese Macht die wir als Kinder früher nicht hatten.

Die Sehnsucht danach, dass wir gehört werden und mit unseren Anliegen ernstgenommen werden ist immer noch da. Solche Verletzungen in der Kindheit sind tief verankert und abgespeichert und werden im Erwachsenenleben in unserem Handeln immer noch sichtbar.

Deshalb ist es wichtig und kann entlastend und hilfreich im Erziehungsalltag sein, wenn wir unser «inneres Kind» sichtbar machen und uns dessen bewusst werden. Einerseits dient diese Erkenntnis zu unserer eigenen Entlastung, da wir nun verstehen, weshalb wir so reagieren und handeln. Andererseits werden wir fähig sein, unsere Position als «nun Erwachsene» zu stärken und müssen nicht auf, aus kindlichen Defiziten entstandene Mechanismen, zurückgreifen.

Das Schöne am Elternsein ist, dass wir durch die Beziehung zu unseren Kindern auch immer wieder die Chance bekommen selber zu wachsen, den Blick nach innen zu richten und auch auf uns selbst zu schauen.

Möchten Sie mehr darüber erfahren und selbst einmal auf Ihr „inneres Kind“ schauen, bin ich gerne bereit, mich mit Ihnen in einer Beratung gemeinsam auf den Weg zu machen.

Die Burnout-Falle

Die Burnout-Falle – oder weshalb wir Musterschüler Innen im Auge behalten sollten

Kinder die stören, rebellieren, den Clown spielen, fallen auf. Es ist ihre Art zu sagen, mir geht es nicht gut. Es ist ihre unbewusste Strategie oder Meinung, dass sie nur auf diese Weise Bedeutung erhalten und nehmen in Kauf, dass sie mit Sanktionen, Bestrafungen oder Schelte rechnen müssen. (siehe dazu den Artikel Vermeintliche Tyrannen). In jenen Fällen, sind Lehrpersonen, Eltern oder Fachpersonen alarmiert.
Hingegen sind da die angepassten unproblematischen Kinder, welche durch erfreuliche Beurteilungen und gute Noten glänzen. Sie sind leistungsorientiert, ehrgeizig, in vielem begabt und erhalten dadurch auch nicht zu wenig Lob. Unbemerkt und schleichend besteht die Gefahr, dass sich Gefühls- und Handlungsmuster entwickeln, die sich später einmal als problematisch erweisen können. Sind wir in der Lage, eine solche Entwicklung frühzeitig zu erkennen, können wir durch gezielte (erzieherische) Massnahmen – Ermutigung versus Lob, Einfluss nehmen.
Gerne berate ich Sie in Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung? Welche Folgen und Auswirkungen könnten zu viel Lob haben?

Konzept zur nachhaltigen Reduzierung psychischer Erkrankungen

Die Psychiatrie ist voller biographischer Leidensgeschichten, die sich in der Kindheit/Erziehung zugetragen haben. Es wird jedoch mehrheitlich Ursachenforschung in genetisch/biologischen und neuronalen Prozessen betrieben. Neurowissenschaft mit bildgebenden Verfahren, sollen vielversprechende Erklärungen für psychische Erkrankungen liefern. Für 5-10% der schweren Fälle der Depression, mag diese Forschung von Nutzen sein. Für die anderen 90-95% sind sie unbedeutend. Die psychopharmakologische Forschung hat seit Jahrzehnten keine neuen Errungenschaften mehr hervorgebracht. Zudem sind Wirkungsunterschiede von Antidepressiva und Placebo in Studien als sehr gering beschrieben.
Präventive Massnahmen zur Reduktion von psychischen Erkrankungen sollten wieder vermehrt in den Fokus rücken und Schwerpunkte in sozialpsychiatrischer Forschung und Bildungsmassnahmen gesetzt werden.

Begleitung nach Depression oder Burnout

Über die Entstehung und Ursache der beiden Krankheitsbilder ist man bis heute uneinig. Man vermutet, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen, die biologischer, genetischer und psychosozialer Herkunft sein können.

Die Anforderungen des Lebens, können uns schnell einmal an unsere Grenzen bringen. Job, Karriere, Familie oder Partnerschaft fordern unsern Tribut.

Individualpsychologisch gesehen, spielt unser «Lebensstil» (Grundüberzeugungen und Glaubensmuster aufgrund gemachter Erlebnisse und den gezogenen Schlussfolgerungen im Kindesalter) eine grosse Rolle; denn er beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln. Die so entstandenen Glaubenssätze, können selbstlimitierende bis pathologische Züge annehmen.

Ziel meiner Beratung ist es, störende und hinderliche Glaubenssätze aufzudecken, zu verstehen woher sie kommen und zu hinterfragen.

Erkennen und verstehen wir unsere Stressoren, die Stressverstärker und schlussendlich die Stressreaktion, können wir einerseits präventiv wie auch in der aktuellen Situation viel bewegen und unsere Handlungsmuster überdenken und uns neu orientieren.

Unterstützend ermitteln wir gemeinsam Stärken sowie vergessen gegangene Ressourcen, mit dem Ziel diese zu aktivieren und die daraus gewonnene Selbst- wie auch Handlungskompetenz zu nutzen, die unweigerlich zu mehr Selbstwertgefühl führt.

Wenn Sie wahrnehmen, dass Ihnen alles über den Kopf wächst, ihre psychische wie physische Verfassung leidet, und sich unliebsame Symptome bemerkbar machen, warten Sie nicht zu lange. Zeigen Sie Stärke indem Sie Ihre Schwäche zulassen!

Hatten Sie bereits ein Burnout oder eine Depression, unterstütze ich Sie gerne in der Nachbehandlung um Rückfälle zu vermeiden.

Prävention vor Medikation

 

In manchen Fällen ist der Einsatz von Medikamenten unabdingbar – und es ist gut, gibt es sie. Dennoch ist es wünschens- und erstrebenswert, wenn erst gar keine Notwendigkeit besteht, diese einzusetzen!

In der Schweiz leiden knapp 17 Prozent an einer oder mehreren psychischen Erkrankungen. Die gravierenden Beeinträchtigungen können die Lebensqualität stark vermindern und bis zum Suizid führen. Psychische Erkrankungen verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Die Entstehung psychischer Erkrankungen sind weitestgehend immer noch nicht geklärt. In der Fachliteratur wird auf genetische, biologische und psychosoziale Einflüsse hingewiesen. Nach neueren Erkenntnissen wissen wir jedoch, dass uns das biomedizinische Krankheits- und Störungsmodell allein nicht weiterhilft.

Wenn wir berücksichtigen, welche Faktoren den Organismus in seiner Entwicklung prägen, finden wir Antworten auf der sozialen Ebene. Frühe Bindungsbeziehungen im primären sozialen Umfeld bilden die Grundlage für weitere Entwicklungsprozesse auf neuronaler Ebene. In der Interaktion mit seinen primären Bezugspersonen, entwickeln Kinder sehr früh Meinungen, Grundüberzeugungen über sich und ihre Umwelt, aber auch Strategien um Grundbedürfnisse erfüllt zu bekommen. Situationen werden nicht objektiv, sondern subjektiv beurteilt und Schlussfolgerungen werden gezogen. Diese Erfahrungen werden sich auch in den neuronalen Netzwerken verfestigen und werden damit zu einem eingefahrenen Programm, welches das gesamte weitere Denken, Fühlen und Handeln bestimmt. Die Neurobiologie kann heute solche strukturelle Veränderungen feststellen. Der Einfluss von frühen Kindheitserfahrungen wird von der Entwicklungspsychologie und Psychotherapie seit langem betont. Wie folglich Entwicklungsaufgaben und die Bewältigung von Herausforderungen bewältigt werden, sind mitunter auch von der Qualität der Bindungsbeziehung abhängig und geprägt.

Mit Resilienz Förderung auf der Beziehungsebene, ist die Förderung der Interaktionsqualität zwischen Erziehungsperson, (insbesondere den Eltern) und ihren Kindern gemeint. Der Einsatz von frühen Hilfsangeboten, wie beispielsweise Elternbildung in Form von Elternkursen oder die Vermittlung eines Elterncoachings, kann die psychosozialen Lebensbedingungen innerhalb der Familien wesentlich positiv beeinflussen. Ziel soll sein, die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken um möglichen Regulationsstörungen vorzubeugen oder im Allgemeinen protektive Schutzfaktoren zu fördern. Es ist bekannt, dass so erworbene Schutzfaktoren dazu beitragen, das Auftreten einer psychischen Störung oder einer problematischen Entwicklung zu verhindern oder jedenfalls die Vulnerabilität herabsetzt. Jedoch kann mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sie eine positive Entwicklung erhöhen.

Solche präventive Unterstützungsangebote zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz, können also dazu beitragen, einer Entwicklung einer psychischen Störung bei Kindern entgegenzuwirken. In der Schweiz gibt es eine gewisse Auswahl an wissenschaftlich evaluierten Elterntrainings, welche wünschenswerte erzieherische Kompetenzen stärken. Zum einen das Programm von STEP (Systematisches Training für Eltern und Pädagogen) und; Starke Eltern – Starke Kinder.

Sie zeichnen sich durch folgende Merkmale aus und stärken insbesondere die:

Beziehungsfähigkeit, Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit, Grenzsetzungsfähigkeit, Förderfähigkeit, Vorbildfähigkeit, Alltagsmanagementfähigkeit der Eltern. Diese haben Einfluss auf die Entwicklung der Kinder, insbesondere fördern sie die Gefühls- und Selbst Regulation, das Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, Autonomie und Kooperation.

Beachten wir die hohe Zahl der als verhaltensauffällig diagnostizierten Kindern, deren Problematik weder richtig erkannt noch im Laufe der Entwicklung überwunden wird, tragen ein hohes Risiko, später im Erwachsenenalter eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Die Forderung nach Präventionsmassnahmen wird immer lauter und notwendiger. Die Akzeptanz und das Interesse an Elternbildungsprogrammen haben zugenommen und sind auch Bestandteil politischer Fördermassnahmen in Präventionsdiskussionen. Jedoch werden familiär unterstützende Massnahmen meist erst angeboten, wenn die Probleme bereits spür- und sichtbar sind und Betroffene sich an geeignete Stellen wenden. Die Motivation, aus freien Stücken an einem Elterntraining teilzunehmen, ist sehr gering. Hier gilt es in Settings wie Kitas, Schulen, Mütter- und Väterberatungsstellen auf das Angebot und den Nutzen aufmerksam zu machen.