„Wie gut erzogen bist du?“

Hin und wieder ist es eine Notwendigkeit, sich Teilen seiner Haarpracht zu entledigen. So sass ich nun – im Antlitz meiner selbst und der Coiffeuse hinter mir stehend im Spiegelbild, wartend auf die flinken Hände, welche sich in den nächsten Minuten virtuos mit Schere und Kamm durch mein Haar arbeiten würden. 

Eine Arbeit, die es erlaubt – infolge jahrelanger Ausübung – sich währenddessen, über dies und jenes auszutauschen. 

«Das ist dein Verdienst – sie ist halt gut erzogen!» meinte die Haarkünstlerin zu mir, welche meine Tochter ebenso hin und wieder in ihrem Geschäft empfängt.

Kaum wahrnehmbar, jedoch innerlich zusammenzuckend, fast schon erstarrt, beleidigt ob dieser Worte, suchend nach tadelndem Wort, in Bedrängnis zur Verteidigung aufgerufen, brachte ich ein eher leises «das würde ich so nicht ganz unterstreichen» hervor. War ich nun geschmeichelt oder beleidigt?

Innerlich nach Worten ringend – fragend, wo ich bloss anfangen soll, was nun das Wesentliche wäre um diesen gefühlten Seitenhieb einen Ausgleich zu entrichten um meine innere Balance wiederzufinden, fuhr sie, sichtlich erfreut über ihr ausgesprochenes Kompliment mehr gedankenlos als überlegt, mit einem anderen Thema fort. 

Und ehe ich mich versah, nahmen tausende Haarenden Abschied von der Anbindung meiner Selbst und meiner Kopfhaut. Ärgerlich über mich, weil ich nicht über die notwendig treffende Schlagfertigkeit verfügt habe, nahm ich mir vor, dies zu ändern.

Nun sitze ich da, vor einem leeren Blatt Papier, welches geduldig zuhörend und nicht widersprechend darauf wartet, meine unausgesprochene Verteidigung, Erklärung oder im besten Falle Aufklärung, aufgedruckt zu bekommen. Und im selben Moment, macht sich in mir die Frage, über Anfang und Ende meiner Berichterstattung, welche mir ein wichtiges Anliegen zu sein scheint breit. 

Und da ich ja schliesslich auch gut erzogen bin – möchte ich den Lesern nicht ihre Zeit stehlen und gebe kurzerhand «gut erzogen, Synonym» in das World Wide Web ein und bediene mich eines «copy paste» Vorganges. 

  1. 1 Bedeutung: gehorsam. gehorsam erzogen lieb untertan ungefährlich willig zahm brav artig widerspruchslos lenkbar. … 
  2. 2 Bedeutung: brav. recht ergeben geschickt gehorsam lieb sanft ordentlich harmlos großartig willig brav zahm artig anständig gefügig gezähmt furchtlos.

Da bin ich doch erleichtert und dennoch hin und wieder zweifelnd und hoffend, in der Erziehung meiner Tochter versagt zu haben!

DOK-Sendung- Mein Leben und der Notenschnitt – vom Übertritt in die Oberstufe

https://www.srf.ch/play/tv/sendung/dok?id=3b016ffc-afa2-466d-a694-c48b7ffe1783

Berührend, hoffnungsvoll und besorgniserregend zugleich.

Beispielhaft werden uns die Sorgen, Ängste und Nöte – aber auch die Hoffnungen und Freuden der Kinder, die unter enormen Druck stehen aufgezeigt. Die Tragweite jedoch, ist womöglich auf den ersten Blick nicht erkennbar und sollte uns aufhorchen lassen. Gerade in dieser Entwicklungsphase sind die Erlebnisse und die Schlussfolgerungen, welche die jungen Menschen daraus ziehen, prägend und können für die weitere Persönlichkeitsentwicklung zukunftsweisend sein. Je nach Veranlagung, Temperament, Bindung und Umfeld, können sich in diesem Lebensabschnitt bereits dysfunktionale neuronale Bahnen bilden, von welchen man sagen kann, dass sie Tendenzen aufweisen, welche zur Entstehung einer Depression im jungen Erwachsenenalter beitragen können. 

Wenn junge Menschen für sich Strategien entwickeln (müssen!), damit sie sich wertvoll, geliebt und anerkannt fühlen, damit sie den (vermeintlichen) Erwartungen der Eltern, der Lehrer gerecht werden – damit sie nicht enttäuschen, sind wir als Gesellschaft auf dem falschen Weg. Und damit möchte ich die Eltern entlasten! Der gesellschaftliche Druck, welcher auf ihnen lastet, geben sie unbewusst an ihre Kinder weiter. Es entstehen Angst und die Sorge, dass es ihre Kinder, in der sehr leistungsorientierten Berufswelt womöglich nicht schaffen. Bereits kritische Blicke, können ein Gefühl hinterlassen; ich bin nicht gut genug und können Anlass sein, sich zu hinterfragen, sich falsch zu fühlen und daraus der Wunsch, alles dafür zu tun, den Eltern zu gefallen und sie unter keinen Umständen zu enttäuschen. Die subtilen Botschaften welche dann an die Kinder herangetragen werden, können sich zu tief verankerten Glaubenssätzen entwickeln und in nicht hilfreichen Strategien verfestigen. 

In meiner Praxis begleite ich junge erwachsene Menschen, welche keinen Zugang mehr zu ihren eigenen Gefühlen und  Bedürfnissen haben, da sie lediglich damit beschäftigt sind, Leistung zu erbringen, Erwartungen zu erfüllen und an sich selbst überhöhte Erwartungen zu stellen, niemanden zu enttäuschen, sich keine Fehler erlauben und dennoch nie zufrieden sind, mit sich. Dann stellt sich eine Leere, eine Hoffnungslosigkeit ein, sie sind erschöpft und abwertende Gedanken nehmen ihren Lauf. Sie fühlen sich schuldig und werden depressiv.

In den Elterncoachings, erachte ich es als hilfreich, Eltern den Druck zu nehmen, welcher sie unbewusst dazu veranlasst, mit verhaltenspädagogischen oder konditionierungsmassnahmen wie etwa Strafen, Freizeitenzug oder für gute Leistung belohnen etc. zu agieren und ihnen alternative Handlungsmöglichkeiten aufzeige.

Wie können wir in einem ersten Schritt dieser Entwicklung gegensteuern, ohne gleich das ganze Schulsystem und die Erziehung zu revolutionieren (obwohl ich nichts dagegen hätte). Ein schönes Beispiel ist im Beitrag zu sehen – die wohltuenden und ermutigenden Worte der Lehrerin: «Für dich habe ich keine Noten, sondern ein wahres Zeugnis. Vergiss nie du bist toll, du bist einzigartig, du bist viel mehr als deine Noten, glaub an dich, sei stolz auf dich, glaub an deine Träume! Es ist ganz wichtig, dass man nicht nur die Noten anschaut, sondern auch den Menschen. Ich finde es schön, dass du eine Leidenschaft hast, bleib da dran!» 

Kinder und Jugendliche können bereits früh in Coaching, Resilienztrainings

Was bewegt mich dazu, ein Resilienztraining für Kinder und Jugendliche durchzuführen

vermehrt die Erfahrung machen, den Wert zu schöpfen, aus sich selbst heraus wertvoll zu sein und zu erkennen, ich habe Wert für andere, ohne etwas tun zu müssen! 

 Mögliche Lösungsansätze:

  • Elterncoaching mit den Zielen und möglichen Themen:

Entlastung für Eltern zu schaffen

Umgang mit Notendruck

Gesellschaftlicher Druck

Alternativen zu Strafen/Belohnen/Entzug von Privilegien

Umgang mit Verantwortlichkeiten

Wie lasse ich Raum für emotionale Grundbedürfnisse wie Autonomie/Sicherheit/Verbundenheit?

Wie unterstütze ich mein Kind?

Wie entlaste ich mich und mein Kind?

Wie vermeide ich es, unbewusst nicht hilfreiche Botschaften zu senden? etc.

  • Resilienztraining für Kinder und Jugendliche

Eigene Stärken und Ressourcen entdecken

Persönliche Potentiale entfalten

Erkennen der eigenen Glaubenssätze als Antrieb des eigenen Handelns

Durch körperliche Erfahrung einen Zugang zu den eigenen Bedürfnissen, Visionen und Wünschen finden

Gruppendynamische Prozesse verstehen

Eigenes Handeln reflektieren

Stärkung des Selbstwertgefühles, des Selbstbildes und der Selbstwirksamkeit!

  • Aufklärung durch Eltern-Bildung

Vorträge

Elternkurse

Work-Shops

Regeln – Grenzen – Konsequenzen, in Zeiten von Corona

Kinder brauchen Regeln, Grenzen und Konsequenzen! So, tönt es nahezu unisono, wenn wir Erziehungsratgeber konsultieren oder Erziehungsberatungsstellen Auskunft geben. «Später einmal, müssen sie ja auch in der Lage sein, Regeln zu befolgen.» «Schliesslich sollen sie lernen, wenn ihr Verhalten nicht in Ordnung war und die Folgen «spüren.» 

In Zeiten von Corona, sollen wir uns nun auch an Regeln halten, Grenzen akzeptieren – wenn es darum geht, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Konsequenzen bei Nichteinhaltung, bekommen wir dann schlussendlich auf dramatische Weise zu spüren. 

Was wir beobachten können, sind Menschen, welche sich an die vom Staat ausgesprochenen Regeln halten und sie ohne Weiteres befolgen.

Eine weitere Bevölkerungsschicht bleibt kritisch, hinterfragt, informiert sich, reflektiert und wägt ab, um adäquat zu handeln. 

Wiederum sehen wir einen Teil der Bevölkerung, welcher sich schwer tut mit der Einhaltung der Bestimmungen – sei es wegen Ermüdungserscheinungen, Uneinsichtigkeit, zum Trotz, aus Überzeugung oder – weil er sich übergangen, gekränkt, nicht ernstgenommen, fremdbestimmt und bevormundet fühlt? 

Es scheint gerade, als würden frühe Bindungs- und Beziehungsmuster reaktiviert (Trigger) und diese Gefühle aus der Kindheit stammend, in unkooperatives Verhalten und Widerstand münden. Ohnmachtsgefühle welche durch das Machtgefälle entstanden sind, muten an, unbewusst wieder aktiviert zu werden.  

Regeln sollen befolgt und bei Grenzüberschreitungen sanktioniert werden – beharrlich, ohne Wenn und Aber und möglichst konsequent. Dies auf Empfehlung – aber auf Kosten der Beziehung zu unseren Kindern!  Es kann das Familienleben erleichtern – doch häufig nur kurzfristig! Doch, die Gefühle, welche beim Kind zurückbleiben, sind nicht das, was Kinder zu selbstkritischen, eigenverantwortlichen und selbstbewussten Erwachsenen macht. 

Machen wir aus Regeln, Regelungen oder Vereinbarungen, welche gemeinsam erstellt werden. Wahren wir die Grenzen unserer Kinder und sie lernen auch unsere zu wahren. Verzichten wir auf Konsequenzen, welche nichts anderes als Strafen sind und den andern klein machen und demütigen.

„Verhaltensauffällige Kinder“

Quelle: https://www.derbund.ch/sonntagszeitung/brian-hat-kein-interesse-therapiert-zu-werden/story/26105642

10.November 2019

Auf die Frage, was einen notorischen Gewalttäter von Jugendlichen, die einmal eine Dummheit machen unterscheide, antwortete der Jugendpsychiater wie folgt:

«Sie fallen schon im Kindergarten oder im frühen Schulalter negativ auf, stören den Unterricht, können sich nicht an Regeln halten, beachten Grenzen nicht und neigen zu Gewalt.»

Dieser Irrtum ist verantwortlich dafür, dass Kinder missverstanden werden und die daraus abgeleitete Konsequenz im Umgang mit diesen Kindern, führt dazu, dass sich das Verhalten verstärken kann. Diese Beurteilung im Verständnis und der Auffassung, der Deutung und Bedeutung über «Verhaltensauffälligkeiten» kann für die betroffenen Kinder für viel Leid sorgen.  Wenn wir möchten, dass die beklagte Zunahme an «schwierigen» Kindern abnimmt, muss es Fachkräfte (und Eltern) geben, welche die Kinder in Ihrer Not sehen und verstehen, dass dieses Verhalten dazu dient, uns auf ungestillte emotionale Bedürfnisse oder auf Überforderung aufmerksam zu machen. Wir mögen doch verstehen, dass auffälliges Verhalten nicht durch einen Mangel an sozialer Kompetenzen entsteht, die es lediglich durch verhaltenspädagogische Massnahmen aufzubauen gilt. Es sollte Fachkräften gelingen, Aggressionen als entwicklungsgerechte Reaktion und als ein zentral notwendiges Gefühl zu erachten, ohne dieses unterdrücken zu wollen und ohne in kausalen Zusammenhang mit Gewaltbereitschaft zu bringen. Es sollte verständlich werden, dass Kinder kognitiv noch nicht in der Lage sind, Handlungsalternativen im Umgang mit starken Emotionen wie Wut, Angst, Enttäuschung zu finden. Wir mögen doch endlich davon absehen, Kindern zuzuschreiben, dass Ihre Wutanfälle willentlich dazu dienen, uns zu manipulieren, um zu ihren Gunsten etwas erreichen zu wollen. Ich wünsche mir, dass sich unter diesem Verständnis, die Beziehungsgestaltung zwischen Fachkräften sowie Eltern und Kindern so gestalten kann, dass sich Kinder verstanden, gesehen, wertvoll, wichtig und gleichwertig fühlen können. Damit das störende, oppositionelle Verhalten, durch vorangegangene Kränkungen oder Überforderungen im Sinne einer Überkooperation der Kinder, aufgrund der restriktiveren Erziehungsmassnahmen, nicht mehr notwendig sein wird. 

„Muss ich – oder mein Kind zu einer Psychologin? „Was ist der Unterschied zu einer Psychologischen Beratung?“

Aus Gründen der Lesbarkeit wird in diesem Artikel darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in weiblicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise. 

Ich möchte für Euch zwei Hilfsangebote beleuchten und meine Erfahrungen und Gedanken dazu teilen. Ich versuche dies so objektiv wie möglich zu tun, da ich weder das Eine noch das Andere diskreditieren oder gegeneinander ausspielen will. Vielmehr habe ich ein Interesse daran, für den Hilfesuchenden eine Entscheidungshilfe zu bieten und aufzuklären. Wie so oft, gibt es Vor- und Nachteile, die eventuell für die betreffende Person relevant sein könnten. 

Welche Punkte berücksichtige ich bei meinem Vergleich?

  • Art und Ausmass der Problematik resp. der Symptome/Motivation
  • Vor- und Nachteile
  • Stigmatisierung
  • Pathologisierung
  • Ausbildung/Methoden/ Behandlung
  • Kosten

Menschen, die sich überlegen Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen, haben meistens bereits eine längere Leidensgeschichte hinter sich. Nehmen Symptome zu und ist der Leidensdruck zu gross, werden sie aktiv. Die Ursachen und die Symptome sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Bestehen in einem oder mehreren Lebensbereichen wie – Partnerschaft/Familie, Arbeit und Selbst unüberwindbare Probleme/Konflikte, welche über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte man sich rechtzeitig Hilfe holen.  

Nun stellt sich die Frage, an wen sich Betroffene wenden sollen. Erst zum Hausarzt, der eine Überweisung an eine Psychologin* oder Psychiaterin* in die Wege leitet? Oder können sie sich mit ihrer Problematik auch an eine Psychologische Beraterin* wenden? 

Ist die Problematik und sind die Symptome noch nicht so weit fortgeschritten, dass es sich um ein Krankheitsbild nach ICD-10 handelt (Internationales Diagnoseklassifikationssystem), kann sich die hilfesuchende Person an eine Psychologische Beraterin wenden. Eine Psychologische Beratung, durchgeführt von einer ausgebildeten und vom SGfB anerkannten Person, verfügt über das notwendige Wissen und das Pflichtbewusstsein, Personen mit Verdacht auf eine psychiatrische Erkrankung an eine Fachperson weiterzuleiten.

Die Vorteile einer Psychologischen Beratung – oder weshalb der Gang zur Psychologin oder Psychiater durch eine Psychologische Beratung ersetzt werden kann.

Eine Anmeldung initiiert vom Ratsuchenden selbst – also nicht überwiesen durch den Hausarzt – ermöglicht ihm bei der Wahl eines Therapeuten/Berater selbst zu bestimmen. Dies ist insofern bedeutend, da man weiss, dass die «Chemie» zwischen Therapeuten/Berater und Klient über Erfolg oder Misserfolg einer Beratung/Therapie entscheiden kann. 

Die Hemmschwelle sich Hilfe zu suchen, verringert sich bedeutend, wenn die Wahl auf eine Psychologische Beraterin anstelle eines Psychologischen Psychotherapeuten oder Psychiaters fällt.   

Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Psychologischen Psychotherapeutin oder Psychiaterin eine Diagnose zu erhalten, ist gross. Eine Diagnose bedeutet also – ich bin krank. Meine Krankheit hat einen Namen. Dies kann dazu führen, dass sich der Klient auch so fühlt, und sich somit die Aktivierung seiner eigenen Ressourcen zur Genesung nur gering mobilisieren lassen. Oft wird zu schnell zu einer Medikation geraten und die betreffende Person wird krankgeschrieben. (Zur Richtigstellung: hier handelt es sich nicht um eine Person, welche aufgrund des Schweregrades der Symptome bereits eine psychiatrische Diagnose hat).

Bei Kindern oder Jugendlichen, die in irgendeiner Form auffälliges Verhalten zeigen, wird oft zu schnell pathologisiert. Die Botschaft die das Kind erhält – „mit Dir stimmt etwas nicht“, „du bist so wie du bist nicht richtig“ – hinterlässt Spuren. Dies kann Folgen haben, welche sich bei einem erwünschten Therapieerfolg negativ niederschlägt. Oft reicht es, sich die Umgebung in der sich das Kind «unangepasst» verhält unter die Lupe zu nehmen, anstelle des Kindes und sein Verhalten ändern zu wollen. Jedes Verhalten hat einen Grund und gibt uns Auskunft über ein subjektiv gefühltes Mangelerleben des Kindes. Machen wir uns also auf die Suche, wie wir dem Bedürfnis des Kindes gerecht werden können, welches mit seinem Verhalten (unbewusst) darauf aufmerksam macht.

Wird über die Krankenkasse abgerechnet, ist die betroffene Person folglich mit einer entsprechenden Diagnose im Bereich der Psychischen Erkrankungen im System erfasst. Dies kann bei einem Krankenkassenwechsel Konsequenzen bei der Einstufung zur Folge haben.  

Eine Psychologische Beratung kann – je nach Richtung und Lehre nach dem sich der Berater ausrichtet, therapeutisch mit Methoden seiner Wahl, gleich gute Ergebnisse erzielen, wie bei einer Psychologin oder Psychiaterin. Die Bezahlung folgt auf eigene Kosten, was sich wiederum im Erfolg der Therapie niederschlagen kann. Die Bereitschaft, aufgrund der vorhandenen Symptome, die lediglich aufzeigen und uns als Alarmsystem dienen und uns sagt: “ jetzt besteht Handlungsbedarf in meinem Leben, jetzt muss sich etwas ändern, jetzt muss ich etwas ändern!“ Diese Dynamik hilft den Beratungsprozess sowie das Erreichen der Genesung oder des zu erreichenden Zieles zu beschleunigen. Der Zeitpunkt ist entscheidend und kann darüber befinden, ob sich bei zu langem Warten eine ernsthaft psychische Erkrankung entwickelt. In diesem Fall kann es sein, dass eine Medikation mit Psychopharmaka notwendig wird.

*Die Begriffe in der medizinisch therapeutischen Landschaft sind sehr vielfältig und auch verwirrend.

Ich beschränke mich im Artikel auf drei Bezeichnungen – die der Psychologin, bei welchem Methodenlehre, Diagnostik, Evaluation und Statistik Teile des Studiums sind. Es geht also nicht um Methoden, Techniken und Verfahren, um den Leidensdruck eines Menschen zu lindern oder um das Verständnis des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Um als Klinische Psychologin arbeiten zu können braucht es zusätzlich eine Psychotherapieausbildung.1Die Bezeichnung lautet dann; Psychologische Psychotherapeutin.  

Die der Psychiaterin, welcher nach einem Medizinstudium eine psychiatrische und psychotherapeutische Facharztweiterbildung hat. 

Und last but not least, die Individualpsychologische Beraterin, welche eine Ausbildung mit einem Diplom abschliesst und über fundiertes theoretisches wie praktisches Wissen über tiefenpsychologische Erkenntnisse des menschlichen Handelns und Methoden und Konzepte für die therapeutische, lösungsorientierte Beratung verfügt. 

Quelle: Internetseite Abruf 20.09.2019 https://www.psychologie.uzh.ch/de/studium/interesse/psychologie.html 

Was bewegt mich dazu, ein Resilienztraining für Kinder und Jugendliche durchzuführen

In Anlehnung meiner Arbeit als Psychologische Beraterin und den damit gewonnenen Erkenntnissen, sehe ich die präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als einen wichtigen Grundstein in der Entwicklung junger Menschen. 

Ich habe mir nun also einige Frage gestellt;  was benötigen Kinder oder Menschen, um im Leben gut zu Recht zu kommen, um ein selbstbestimmtes und glückliches Leben führen zu können, sich selbstwirksam zu erleben, Gestalter und nicht Opfer von Umständen zu sein, um Herausforderungen anzunehmen, mit dem Wissen, dass es sich lohnt, Energie in die Problemlösung zu investieren, auf entsprechende Ressourcen zurückgreifen zu können oder mit Schicksalsschlägen oder kritischen Lebensereignissen so umzugehen, dass keine bleibende Beeinträchtigung entsteht?

Welche Art von Vorbereitung benötigt ein Mensch und welche Eigenschaften sollten besonders entwickelt werden und besondere Beachtung erhalten? 

Zu welchem Zeitpunkt in der Entwicklung, finden wichtige Prozesse statt, die positiv beeinflussbar sind? 

Abgesehen vom Elternhaus und der Schule, die einen beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen übernehmen, liegt ein anderer Teil in der genetischen Veranlagung sowie des angeborenen Temperamentes des Kindes.

Wenn wir für einmal die Erziehung und den Auftrag der Schule, Wissen zu vermitteln, ausser Acht lassen, haben junge Menschen zu wenig Gelegenheit, Erkenntnisse zu sammeln, die es ihnen erlauben, Selbstachtung zu gewinnen und sich ihres Wertes selbst bewusst zu werden, ohne die Leistung ausschliesslich als etwas zu sehen, dass ihnen Anerkennung und die Erfüllung von Erwartungen einbringt.  Oft kommen auch andere Erkenntnisse und Erfahrungen, im vom Leistungsgedanken geprägten Schulalltag, zu kurz. Beispielsweise das Bewusstmachen von Stärken, wie auch von Visionen, Träumen und Wünschen, welche Antreiber sein können, die sich schlussendlich in der eigenen Handlungskompetenz widerspiegeln, helfen, die Zusammenhänge über Denken, Fühlen und Handeln zu verstehen. Das Bewusstmachen von Ressourcen, auf die Kinder und Jugendliche in problematischen oder schwierigen Situationen zurückgreifen können, welches ihnen ein Gefühl von Sicherheit erlaubt.  Es befähigt sie, den Anforderungen des Lebens so zu begegnen, Ressourcen zu mobilisieren, die sie zur Meisterung ihres Lebens und aktueller Probleme benötigen.

Das Resilienztraining soll vergessene oder noch nicht entwickelte Ressourcen und Stärken zu Tage bringen, es soll anstelle von Wissensvermittlung, Erfahrungen und Erkenntnisse erlebbar machen. Es soll ein Kompass für ein gelingendes Leben sein. Damit Glück nicht als Zufall wahrgenommen wird und Menschen aus der Verantwortung kommen lässt, indem sie abwarten, erleiden, erdulden und ertragen, was schlussendlich krank machen kann. Ich möchte Raum schaffen für die Entwicklung von Möglichkeiten und das Ausschöpfen der Potenziale, welche in jedem Menschen vorhanden sind.

Sind Sie interessiert in Ihrer Institution/Schule ein solches Training durchführen zu lassen?

Bitte kontaktieren Sie mich unter lisa.werthmueller@bluewin.ch oder 079 197 16 23

Beispiel-Flyer aus einem vergangenen Training:

Welche Grundüberzeugungen beeinflussen Dein Leben?

Mittlerweile weiss man über die Gefahren von Datenmissbrauch im Internet und den daraus erstellten Persönlichkeitsprofilen zwecks psychologischer Beeinflussung Bescheid. Menschen sollen manipulativ mit massgeschneiderten Informationen versorgt werden, aufgrund derer sie dann Entscheidungen treffen. Aufgrund der so erzeugten Emotionen, werden Käufe getätigt, Wahlen getroffen oder Meinungen untermauert.

Nicht anders, aber oft unwissentlich, steht der Mensch seit frühster Kindheit unter Beeinflussung ihm unbewussten Mechanismen. Diese entstehen durch Schlussfolgerungen und Interpretationen von Erlebnissen in der Kindheit. Je nach schöpferischer Kraft des Kindes, fallen diese aktiv- konstruktiv, kompensierend bis überkompensierend oder vermeidend aus. Im Laufe der Zeit, verfestigen sich solche Strategien. Unbewusst haben diese das Ziel, einer subjektiv gefühlten Mangellage zu entkommen.

In der Regel sind uns diese Strategien im Alltag nicht bewusst. Und doch sind es wiederkehrende Verhaltensmuster, die wir in bestimmten Situationen an uns beobachten können. Diese Grundüberzeugung lässt uns in bestimmter Weise Denken, daraus entsteht ein Gefühl und dann handeln wir. Sind wir also fremdbestimmt? In gewisser Weise schon, denn die Fehlinterpretation und die daraus resultierende unbewusste Strategie, wird nicht reflektiert. Sie ist zu unserer Wahrheit geworden und wird im Erwachsenenleben immer noch erlebt und gelebt. Sie limitiert uns, sie lässt uns keine freie Wahl und keine Entscheidungsfreiheit. Erst wenn wir unserem unbewussten Ziel und dem entsprechenden Verhalten bewusstwerden und verstehen, wozu wir in dieser Weise handeln, sind wir in der Lage, diese kindliche Strategie abzulegen und ein Update zu starten. So können wir beginnen, das Verhalten zu hinterfragen und uns neu zu orientieren. Wir gewinnen so wieder die Entscheidungsfreiheit und ein Stück Autonomie über unser Denken, Fühlen und Handeln zurück.