Verhalten verstehen- Verbindung herstellen

Ab und wann werde ich gefragt:

„Kannst du mal mit meinem Kind arbeiten, es ist so aggressiv oder kämpferisch oder verweigert sich, wir kommen nicht mehr heran.“

Das könnte ich – doch um nachhaltig eine Veränderung herbeizuführen, brauchen Kinder eine Verbindung welche sie sättigt. Und diese Verbindung kann ihnen am besten gegeben werden über eine konstruktive Beziehung. 

Diese entsteht, wenn nicht das Verhalten des Kindes im Vordergrund steht sondern das Interesse daran, zu verstehen was dieses Verhalten motiviert. 

Möchtest du dein Kind, sein Verhalten und dich besser verstehen?

Programm „Connect“

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„Nicht alle Eltern die selbst von Gewalt betroffen waren, schlagen ihre Kinder!“
„Ich habe jedoch noch nie Eltern kennengelernt, die nie Gewalt in ihrer Kindheit erfahren haben und ihre Kinder schlagen!“

Ich berücksichtige in meinem kommenden Programm „CONNECT“:

Eltern, die selber von Gewalt oder seelischen Verletzungen (Trauma) betroffen waren,
Eltern, die aus der Gewaltspirale austreten wollen und es alleine nicht schaffen,
Eltern, welchen eine behördliche Massnahme angeordnet wurde in einem Gruppenprozess, mehrere Ebenen. 

Auflösung von Verankerungen von schädlichen Beziehungsmustern in der Kindheit und die damit einhergehende Desensibilisierung.

Zugang und Verbindung zu eigenen verloren gegangenen Emotionen finden (Neuronale Verknüpfungen wiederherstellen)

Empathie Fähigkeit (wieder-) erlangen

Verbindung zu eigenen Körperempfindungen herstellen

Eigene (Ver-) Bindungs- u. Beziehungsmuster verstehen

Biographiearbeit – aus der Vergangenheit lernen um die Zukunft neu zu gestalten

Anerkennung was war und Versöhnung

Umgang mit Wut / Wutmanagement

Impulskontrolle/Emotionsregulation 

Grenzen

Wir wachsen heran – in einem schützenden, grenzgebenden Mutterleib. Er gibt uns Sicherheit, er gibt uns Halt. Doch irgendwann kommt die Zeit, indem wir mehr oder weniger schnell diesen Ort, welcher uns vertraut war, verlassen. 

Ausserhalb des Uterus, sind wir angewiesen auf schützende Umarmungen, Körperkontakt, kleine Bettchen und Wiegen, welche uns Behaglichkeit und Sicherheit vermitteln sollen. 

Kurzerhand vergrössert sich unser Radius, indem wir beginnen – sobald wir körperlich in der Lage sind, uns krabbelnd, bald schon aufrecht uns aus unserem gewohnten Umfeld zu entfernen. 

Wir überschreiten Grenzen und kommen an unsere Grenzen. Zum Teil naturgegeben zum Teil von aussen herbeigeführt. 

Im besten Fall, erfahren wir in der Kindheit, dass unsere Grenze gewahrt wird. Im schlechtesten, dass diese immer wieder übertreten wird. 

Dies geschieht meist unwissentlich und in guter Absicht, weil uns gesagt wird, dass wir Kindern Grenzen setzen sollen. Doch betrachten wir diese Grenzsetzung im Verständnis der herkömmlichen Erziehungsmechanismen, sind wir es, die uns oft grenzüberscheitend gegenüber unseren Kindern verhalten.

Was Bestrafung, Konsequenzen und strikte Regeln für Botschaften senden:

«Ich bin es nicht wert, in meinen emotionalen Bedürfnissen gesehen und gehört zu werden»

«Meine Gefühle sind nicht wichtig»

«Ich bin nicht okay, so wie ich bin»

«Meine Grenze wird missachtet, ich soll jedoch im Gegenzug eure Grenze wahren»

Kinder benötigen jedoch die Erfahrung, dass ihre eigenen persönlichen Grenzen geachtet werden und für andere bedeutsam sind. Somit senden wir die wichtige Botschaft: 

«Ich sehe dich in deinem Gefühl und nehme dich ernst»

«Du bist wichtig und wertvoll»

Kinder lernen Grenzen kennen, indem wir ihre wahren! Und sie lernen, dass sie eigene Grenzen haben. Damit sie im Erwachsenenleben in der Lage sind, „Nein“ sagen zu können und somit „Ja“ zu sich selbst!

Bitte vertraue darauf und lass dich nicht verunsichern, wenn du diesen antiquierten Erziehungsratschlägen begegnest:

Kinder müssen sich an Regeln halten

Kinder müssen Grenzen gesetzt werden

Auf nicht Einhalten von Regeln und Übertreten von Grenzen müssen Konsequenzen folgen

Bist du unsicher und hast Fragen dazu, kannst du mich gerne per Mail mit deiner konkreten Frage oder Situation kontaktieren. lisa.werthmueller@bluewin.ch

Wenn Elterliche Wut ausser kontrolle gerät – Prävention durch Elterncoaching

Eltern und Fachleute fragen sich, wie es dazu kommen kann, dass selbst geschlagene Eltern, ihren Kindern gegenüber die Fassung verlieren, laut werden und Dinge tun, die sie später bereuen und sich dies, worunter sie so litten, erneut wiederholt.

Eltern spüren, dass ihr Verhalten nicht angemessen war und wenn sie könnten, würden sie es verändern! Der Umgang mit starken eigenen Gefühlen, wie jener ihrer Kinder, ist eine Herausforderung, die jedoch erlernbar ist.

Die Fähigkeit sich selbst zu regulieren ist ein Lernprozess welcher in der Kindheit beginnt. Wenn Eltern in ihrer eigenen Kindheit mit starken Gefühlen allein gelassen wurden oder Gefühle überhaupt keinen oder nur wenig Raum haben durften, kann es sein, dass dieser Stress im Körper gespeichert wurde oder der Zugang zu den eigenen Gefühlen nahezu abgespalten wurde. 

So können Kinder mit ihren starken Emotionen, welche übrigens entwicklungsgerecht sind, in ihnen eine vermeintliche Grenzüberschreitung auslösen oder einen alten Schmerz aus ihrer Kindheit berühren oder anstoßen, welcher nichts mit der Situation im Außen zu tun hat. Ziel ist es also, dass sie in der Lage sind, bei dieser Konfrontation nicht in die Spirale schnell ablaufender Prozesse zu geraten. Denn in diesem Stress können sie nicht mehr auf ihre Kognition zurückgreifen. 

Es geht darum, zwischen Reiz und Reaktion einen Handlungsspielraum zu erhalten, indem sie eigene Körpersignale frühzeitig wahrnehmen und einordnen, Denkprozesse überprüfen, welche möglicherweise nicht realistisch sind. Durch den Akt des Bewusstmachens, verlangsamen sie den Prozess und andere Handlungsalternativen werden möglich. Dazu gehört auch die innere Arbeit mit sich selbst und sie dürfen sich folgende Fragen stellen: 

Wo komme ich her? Was für Erfahrungen mit Gefühlen in meiner Kindheit habe ich gemacht? Welche Strategien habe ich mir in meiner Kindheit angelegt. Wie steht es mit meinem Verhältnis zu Wut? Weshalb fühle ich mich angegriffen, nicht gesehen oder nicht ernstgenommen? Welcher alte Schmerz aus meiner Kindheit ist noch nicht versöhnt. Sie lernen eigene Bindungs- und Beziehungsmuster kennen.Sie lernen ihre Gefühle wieder neu kennen und sie in ihren Körper zu integrieren. 

Denn dies ist eine Voraussetzung, damit sie selber in der Lage sind, ihre Kinder Co-zu regulieren und sie in ihren starken Emotionen gut begleiten können.

Eltern müssen nicht Verantwortung für den ihnen zugefügten Schmerz in ihrer Kindheit übernehmen, den haben andere ihnen zugefügt. Sie können jedoch im Heute Verantwortung für ihre Pflege der Wunden und Narben die zurückgeblieben sind übernehmen und sich begleiten lassen im Nachnähren ihren eigenen emotionalen Defiziten. 

Wenn wir „Verhaltensauffälligkeiten“ lernen zu „Lesen“ (Teil3)


Wenn sich Eltern entscheiden, ihr Kind nicht zu einem Psychologen, Psychiater oder einer anderen Stelle für Abklärungen zu schicken, schaffen wir erst einmal durch Orientierung und Einordnung, einen Überblick um Ruhe in das System zu bringen, welches durch die defizitären Beurteilungen grosse Verunsicherung für Eltern bedeutet. 

Und wir richten den Fokus auf die Umgebung, indem sich das Kind befindet, um diese zu beleuchten, um Antworten zu finden was das Kind braucht – anstelle des Kindes isoliert mit seinen Symptomen zu «behandeln» mit dem Ziel, dass die Symptome verschwinden. 

Wenn wir entwicklungspsychologische Erkenntnisse beachten, wissen wir, dass Kinder noch nicht in der Lage sind, sich emotionale Grundbedürfnisse selbst zu erfüllen. Sie sind lediglich in der Lage mit dem Verhalten auf den Mangel hinzuweisen. Dazu brauchen sie eine erwachsene Person, welche das Verhalten «übersetzen» kann und selbst über gute Strategien verfügt, sich eigene emotionale Grundbedürfnisse zu erfüllen. 

In der folgenden Arbeit mit Eltern, wenden wir uns den Zusammenhängen zu, um zu erkennen – dann um zu verstehen, damit wir Hinweise erhalten was das Kind braucht, um die Symptome nicht mehr zeigen zu müssen. Es entsteht Entlastung und Entspannung, in der sich eine neue Haltung und eine neue Sichtweise auf das Kind und seine Umgebung einstellt – und wir finden Antworten!

Wie ÜBLICHERWEISE MIT „VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN“ UMGEGANGEN WIRD (TEIL2)

Bleiben wir bei der Metapher des Geschenks. Bleibt dieses ungeöffnet, bleibt der Fokus auf dem Verhalten. Zu voreilig wird eine Abklärung empfohlen. Dies schlägt sich nieder in deinem Blick auf dein Kind und deinem künftigen Verhalten, als Vater oder Mutter. Deine Sorge und der auf dir lastende Druck, wird spürbar für dein Kind. Die zusätzliche Abklärung, bedeutet, dass bei deinem Kind noch mehr Sicherheit (eines der 3 emotionalen Grundbedürfnissen) verloren geht und zeigt sich wiederum in seinem Verhalten. Ein nicht unbedenklicher Teufelskreis entsteht. Ich verstehe die Sorge und dennoch ist es wichtig, dass du als Vater oder Mutter die Sicherheit nicht verlierst. Erinnere dich; dein Kind ist weder krank noch hat es sonst eine Störung. Es verhält sich gesund in einer Umgebung, in der es sich offenbar nicht wohl fühlt um sich gut entwickeln zu können. 

Weshalb „Verhaltensauffälligkeiten“ auch ein „Geschenk“ sein Könn(t)en! (Teil1)

Vermehrt empfange ich Eltern, welche durch Kita-Fachpersonen oder Lehrpersonen über eine Verhaltensauffälligkeit bei ihrem Kind informiert worden sind. Diese sind sehr vielschichtig und können sich in unterschiedlicher Art und Weise zeigen. Jedenfalls führen sie meist dazu, dass sich die Fachpersonen an die Eltern wenden – was ja auch in einer Zusammenarbeit münden kann und erwünscht ist. Der Appell den an die Eltern gerichtet wird, lautet aber oft: «Machen Sie etwas – wir wissen nicht mehr weiter.» Ein grosser Druck der da auf die Eltern übertragen wird. Ein «Angriff», der selten das Gefühl hinterlässt – «ich habe als Mutter oder Vater versagt».

Mein Hinweis, dass die Verhaltensauffälligkeit des Kindes auch als Geschenk angesehen werden kann, führt im ersten Moment zu Verwirrung und später dann aber zur Entlastung.

Ein Kind welches sich auf irgendeine Art und Weise störend verhält, erzählt etwas über sich – es zeigt sich in seinem ungestillten emotionalen Bedürfnis! Da dürfen wir genauer hinsehen. Es fällt nicht leicht, das Verhalten nicht gleich zu bewerten und in der Folge mit einer Massnahme unterbinden zu wollen. Da sind wir alle gefordert.

Wenn es uns jedoch gelingt, das Verhalten nicht isoliert zu betrachten, dürfen wir erst einmal dankbar sein und uns fragen: «Was will uns das Kind mit diesem Verhalten mitteilen?» «Was braucht dieses Kind»? Und so gesehen, empfinde ich es als ein wertvolles Geschenk. 

Problematischer wird es, wenn Kinder in ihrem angepassten Verhalten «übersehen» werden.