DOK-Sendung- Mein Leben und der Notenschnitt – vom Übertritt in die Oberstufe

https://www.srf.ch/play/tv/sendung/dok?id=3b016ffc-afa2-466d-a694-c48b7ffe1783

Berührend, hoffnungsvoll und besorgniserregend zugleich.

Beispielhaft werden uns die Sorgen, Ängste und Nöte – aber auch die Hoffnungen und Freuden der Kinder, die unter enormen Druck stehen aufgezeigt. Die Tragweite jedoch, ist womöglich auf den ersten Blick nicht erkennbar und sollte uns aufhorchen lassen. Gerade in dieser Entwicklungsphase sind die Erlebnisse und die Schlussfolgerungen, welche die jungen Menschen daraus ziehen, prägend und können für die weitere Persönlichkeitsentwicklung zukunftsweisend sein. Je nach Veranlagung, Temperament, Bindung und Umfeld, können sich in diesem Lebensabschnitt bereits dysfunktionale neuronale Bahnen bilden, von welchen man sagen kann, dass sie Tendenzen aufweisen, welche zur Entstehung einer Depression im jungen Erwachsenenalter beitragen können. 

Wenn junge Menschen für sich Strategien entwickeln (müssen!), damit sie sich wertvoll, geliebt und anerkannt fühlen, damit sie den (vermeintlichen) Erwartungen der Eltern, der Lehrer gerecht werden – damit sie nicht enttäuschen, sind wir als Gesellschaft auf dem falschen Weg. Und damit möchte ich die Eltern entlasten! Der gesellschaftliche Druck, welcher auf ihnen lastet, geben sie unbewusst an ihre Kinder weiter. Es entstehen Angst und die Sorge, dass es ihre Kinder, in der sehr leistungsorientierten Berufswelt womöglich nicht schaffen. Bereits kritische Blicke, können ein Gefühl hinterlassen; ich bin nicht gut genug und können Anlass sein, sich zu hinterfragen, sich falsch zu fühlen und daraus der Wunsch, alles dafür zu tun, den Eltern zu gefallen und sie unter keinen Umständen zu enttäuschen. Die subtilen Botschaften welche dann an die Kinder herangetragen werden, können sich zu tief verankerten Glaubenssätzen entwickeln und in nicht hilfreichen Strategien verfestigen. 

In meiner Praxis begleite ich junge erwachsene Menschen, welche keinen Zugang mehr zu ihren eigenen Gefühlen und  Bedürfnissen haben, da sie lediglich damit beschäftigt sind, Leistung zu erbringen, Erwartungen zu erfüllen und an sich selbst überhöhte Erwartungen zu stellen, niemanden zu enttäuschen, sich keine Fehler erlauben und dennoch nie zufrieden sind, mit sich. Dann stellt sich eine Leere, eine Hoffnungslosigkeit ein, sie sind erschöpft und abwertende Gedanken nehmen ihren Lauf. Sie fühlen sich schuldig und werden depressiv.

In den Elterncoachings, erachte ich es als hilfreich, Eltern den Druck zu nehmen, welcher sie unbewusst dazu veranlasst, mit verhaltenspädagogischen oder konditionierungsmassnahmen wie etwa Strafen, Freizeitenzug oder für gute Leistung belohnen etc. zu agieren und ihnen alternative Handlungsmöglichkeiten aufzeige.

Wie können wir in einem ersten Schritt dieser Entwicklung gegensteuern, ohne gleich das ganze Schulsystem und die Erziehung zu revolutionieren (obwohl ich nichts dagegen hätte). Ein schönes Beispiel ist im Beitrag zu sehen – die wohltuenden und ermutigenden Worte der Lehrerin: «Für dich habe ich keine Noten, sondern ein wahres Zeugnis. Vergiss nie du bist toll, du bist einzigartig, du bist viel mehr als deine Noten, glaub an dich, sei stolz auf dich, glaub an deine Träume! Es ist ganz wichtig, dass man nicht nur die Noten anschaut, sondern auch den Menschen. Ich finde es schön, dass du eine Leidenschaft hast, bleib da dran!» 

Kinder und Jugendliche können bereits früh in Coaching, Resilienztrainings

Was bewegt mich dazu, ein Resilienztraining für Kinder und Jugendliche durchzuführen

vermehrt die Erfahrung machen, den Wert zu schöpfen, aus sich selbst heraus wertvoll zu sein und zu erkennen, ich habe Wert für andere, ohne etwas tun zu müssen! 

 Mögliche Lösungsansätze:

  • Elterncoaching mit den Zielen und möglichen Themen:

Entlastung für Eltern zu schaffen

Umgang mit Notendruck

Gesellschaftlicher Druck

Alternativen zu Strafen/Belohnen/Entzug von Privilegien

Umgang mit Verantwortlichkeiten

Wie lasse ich Raum für emotionale Grundbedürfnisse wie Autonomie/Sicherheit/Verbundenheit?

Wie unterstütze ich mein Kind?

Wie entlaste ich mich und mein Kind?

Wie vermeide ich es, unbewusst nicht hilfreiche Botschaften zu senden? etc.

  • Resilienztraining für Kinder und Jugendliche

Eigene Stärken und Ressourcen entdecken

Persönliche Potentiale entfalten

Erkennen der eigenen Glaubenssätze als Antrieb des eigenen Handelns

Durch körperliche Erfahrung einen Zugang zu den eigenen Bedürfnissen, Visionen und Wünschen finden

Gruppendynamische Prozesse verstehen

Eigenes Handeln reflektieren

Stärkung des Selbstwertgefühles, des Selbstbildes und der Selbstwirksamkeit!

  • Aufklärung durch Eltern-Bildung

Vorträge

Elternkurse

Work-Shops

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