Regeln – Grenzen – Konsequenzen, in Zeiten von Corona

Kinder brauchen Regeln, Grenzen und Konsequenzen! So, tönt es nahezu unisono, wenn wir Erziehungsratgeber konsultieren oder Erziehungsberatungsstellen Auskunft geben. «Später einmal, müssen sie ja auch in der Lage sein, Regeln zu befolgen.» «Schliesslich sollen sie lernen, wenn ihr Verhalten nicht in Ordnung war und die Folgen «spüren.» 

In Zeiten von Corona, sollen wir uns nun auch an Regeln halten, Grenzen akzeptieren – wenn es darum geht, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Konsequenzen bei Nichteinhaltung, bekommen wir dann schlussendlich auf dramatische Weise zu spüren. 

Was wir beobachten können, sind Menschen, welche sich an die vom Staat ausgesprochenen Regeln halten und sie ohne Weiteres befolgen.

Eine weitere Bevölkerungsschicht bleibt kritisch, hinterfragt, informiert sich, reflektiert und wägt ab, um adäquat zu handeln. 

Wiederum sehen wir einen Teil der Bevölkerung, welcher sich schwer tut mit der Einhaltung der Bestimmungen – sei es wegen Ermüdungserscheinungen, Uneinsichtigkeit, zum Trotz, aus Überzeugung oder – weil er sich übergangen, gekränkt, nicht ernstgenommen, fremdbestimmt und bevormundet fühlt? 

Es scheint gerade, als würden frühe Bindungs- und Beziehungsmuster reaktiviert (Trigger) und diese Gefühle aus der Kindheit stammend, in unkooperatives Verhalten und Widerstand münden. Ohnmachtsgefühle welche durch das Machtgefälle entstanden sind, muten an, unbewusst wieder aktiviert zu werden.  

Regeln sollen befolgt und bei Grenzüberschreitungen sanktioniert werden – beharrlich, ohne Wenn und Aber und möglichst konsequent. Dies auf Empfehlung – aber auf Kosten der Beziehung zu unseren Kindern!  Es kann das Familienleben erleichtern – doch häufig nur kurzfristig! Doch, die Gefühle, welche beim Kind zurückbleiben, sind nicht das, was Kinder zu selbstkritischen, eigenverantwortlichen und selbstbewussten Erwachsenen macht. 

Machen wir aus Regeln, Regelungen oder Vereinbarungen, welche gemeinsam erstellt werden. Wahren wir die Grenzen unserer Kinder und sie lernen auch unsere zu wahren. Verzichten wir auf Konsequenzen, welche nichts anderes als Strafen sind und den andern klein machen und demütigen.

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