Wie die eigene Erziehung uns in unserem Erziehungsverhalten beeinflusst

Viele konfliktreiche Situationen und Überforderungen im Erziehungsalltag lassen sich vermeiden, wenn wir uns über unsere eigene biographische Vergangenheit bewusst werden.

«Eltern strafen vor allem, weil sie in ihrer Kindheit selbst bestraft wurden.»

Wenn Eltern in ihrer Kindheit Bindungs- und Bezugspersonen erlebt haben, die Bestrafung und Konsequenzen als probate Erziehungsmassnahmen eingesetzt haben, finden sie kaum alternative Möglichkeiten im Umgang mit Konfliktsituationen und fühlen sich hilflos. Weshalb ist das so?

Wurden wir in Konfliktsituationen mit unseren eigenen Eltern durch Bestrafung abgewertet, gedemütigt oder kleingemacht, wurden unsere emotionalen Bedürfnisse und Gefühle übergangen. Als Folge davon entstand ein Gefühl der Hilflosigkeit, Schwäche und Ohnmacht. Die emotionalen Bedürfnisse nach Anerkennung, Wertschätzung, «gesehen werden“, „wichtig sein» blieben unerfüllt.

In alltäglichen Situationen, bei welchen ein Kind sich nicht so verhält, wie wir es als Mutter oder Vater wünschen, z.B. eine Anweisung nicht befolgt trotz mehrmaligem Wiederholen, fühlen wir uns nicht gehört und nicht ernst genommen. Wir fühlen uns in unserer Rolle als Eltern in Frage gestellt.

Das Kind löst in uns einen unbewussten Prozess aus. Dieser lässt uns blitzschnell in den als Kind erlebten seelischen Zustand ankommen. Indem sich unser emotionales Nervensystem daran erinnert, wie wir uns damals in der Kindheit gefühlt haben. Du bist klein, schwach und hilflos.

Dies verursacht einen unheimlichen Spannungszustand. Diesen möchten wir schnellstmöglich überwinden und bedienen uns einem Mechanismus der einen Ausgleich schaffen soll. In Stress-Situationen greifen wir auf Handlungsmuster zurück die wir selbst erlebt haben. Indem wir nun selbst unser Kind bestrafen, können wir unser emotionales Ungleichgewicht wiederherstellen. Durch diese Massnahme erleben wir nun anstelle der Hilflosigkeit Macht. Diese Macht die wir als Kinder früher nicht hatten.

Die Sehnsucht danach, dass wir gehört werden und mit unseren Anliegen ernstgenommen werden ist immer noch da. Solche Verletzungen in der Kindheit sind tief verankert und abgespeichert und werden im Erwachsenenleben in unserem Handeln immer noch sichtbar.

Deshalb ist es wichtig und kann entlastend und hilfreich im Erziehungsalltag sein, wenn wir unser «inneres Kind» sichtbar machen und uns dessen bewusst werden. Einerseits dient diese Erkenntnis zu unserer eigenen Entlastung, da wir nun verstehen, weshalb wir so reagieren und handeln. Andererseits werden wir fähig sein, unsere Position als «nun Erwachsene» zu stärken und müssen nicht auf, aus kindlichen Defiziten entstandene Mechanismen, zurückgreifen.

Das Schöne am Elternsein ist, dass wir durch die Beziehung zu unseren Kindern auch immer wieder die Chance bekommen selber zu wachsen, den Blick nach innen zu richten und auch auf uns selbst zu schauen.

Möchten Sie mehr darüber erfahren und selbst einmal auf Ihr „inneres Kind“ schauen, bin ich gerne bereit, mich mit Ihnen in einer Beratung gemeinsam auf den Weg zu machen.

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