Erweitertes Angebot für Psychologisch-Pädagogische Fachpersonen

Kinder in Kita, Kindergarten und Schule besser verstehen

Kinder verbringen immer mehr Zeit in öffentlichen oder privaten Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen, oft schon sehr früh. Personalmangel, der Druck durch äußere Rahmenbedingungen, zu große Gruppen und die oft starren Strukturen in diesen Einrichtungen führen dazu, dass alle Beteiligten oft an ihre Grenzen stoßen. Dabei leidet oft die konstruktive Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern. Obwohl alle das Beste für die Kinder wollen und Kindertagesstätten sowie Schulen als vertrauenswürdige und sichere Orte für die Entwicklung der Kinder gedacht sind, bleibt diese Beziehung oft belastet.

Aufgrund von Zeitmangel und schnell ablaufenden Prozessen kommt es in vielen Momenten der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern zu Missverständnissen auf verschiedenen Ebenen. Dies führt dazu, dass Erwachsene diese Situationen als schwierig, anstrengend und unakzeptabel empfinden. In vielen Bildungseinrichtungen werden aus diesem Grund und aufgrund fehlender sinnvoller Alternativen verhaltensorientiere Maßnahmen* wie Punktesysteme- Strich- oder Ampelsysteme eingesetzt und mit Strafen und Konsequenzen gearbeitet, um Kinder auf das gewünschte Verhalten auszurichten. In der Folge nimmt dann das „auffällige“ oder unerwünschte Verhalten zu. 

Ein auffälliges Verhalten ist zunächst ein Verhalten, das unsere Aufmerksamkeit erregt, da es von üblichen Normen abweicht. Wenn Kinder sich auffällig verhalten, empfinden Erwachsene oft ein Unbehagen. Insbesondere wenn Kinder Wut oder Aggression zeigen. Eltern oder Fachpersonen stehen oft ratlos da und empfinden dann auch schon mal Frustration. Dies geschieht, weil sie nicht immer in der Lage sind, die Botschaften und das Verhalten richtig zu interpretieren oder einzuordnen. In bestimmten Situationen fällt es uns schwer, das Verhalten der Kinder zu verstehen.

Eltern machen sich Sorgen und werden unsicher, wenn Sie dann in der Folge Rückmeldungen von Einrichtungen wie Kita, Kindergarten oder Schule erhalten. Sie fragen sich, ob mit ihrem Kind etwas nicht stimmt. Oft beginnt dann eine Phase, in der auch der Umgang mit Kindertagesstätten und Schulen komplizierter wird. In der Kindertagesstätte wird ein Kind als auffällig wahrgenommen, und dieser Eindruck kann sich in der Schule fortsetzen. Erzieher:innen und Lehrer:innen wirken oft überfordert, da ihnen wenig zeitlicher Spielraum zur Verfügung steht und sie das Verhalten der Kinder nicht immer in den größeren Zusammenhang einordnen können. In den allermeisten Fällen jedoch, ist das Verhalten insbesondere die Wutanfälle oder die Aggression entwicklungsgerecht. 

In der Weiterbildungen für Eltern oder Fachpersonen ergründen wir die kindlichen Reaktionen, ordnen sie in Entwicklungsstufen ein und lernen Verhalten nicht als störend oder auffällig, sondern als wertvolles Signal auf innerliegende Prozesse zu lesen und zu verstehen. Ausgehend davon werden wir gemeinsam immer mehr die Zusammenhänge zwischen emotionalen Bedürfnissen, Gefühlen und Reaktion und Verhalten nachvollziehen und dann auch neue konstruktive Antworten auf Konflikte im Alltag finden können.

Fachpersonen und Eltern werden also befähigt, Verhalten in einem Gesamtzusammenhang zu erkennen, es sinnhaft einzuordnen und neue konstruktive Handlungsalternativen zu entwickeln, anstelle verhaltensanpassenden Mechanismen anzuwenden.  Anstelle das Verhalten als abklärungsbedürftig und als etwas was wir therapieren müssen einzuordnen, lernen die Teilnehmenden, emotionale Prozesse hinter dem Verhalten einzuordnen und zu verstehen. Wir befassen uns mit den Grundlagen der Bindungs- und Beziehungsorientierten Pädagogik – welche Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, Säuglingsforschung und Trauma Pädagogik vereint. Diese wichtigen Wissensinhalte tragen dazu bei, dass   verhaltensanpassenden Mechanismen nicht mehr notwendig sind. Verhalten wird als das erkannt was es ist – im Kontext des Kindes und entsprechend seiner Entwicklungsstufe entwicklungsgerecht und «gesund». So lassen sich auch vorschnelle Rückschlüsse auf eine vermeintliche pathologische Sicht vermeiden. 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kitas, Kindergarten und Schule

  • Wenn Sie Rückmeldung von Kita, Kindergarten oder Schule über „Verhaltensauffälligkeiten“ bei ihrem Kind erhalten haben
  • Bei Kindergarten oder Schulverweigerung
  • Wir erkunden und analysieren gemeinsam die Situation ihres Kindes um Gründe, Signale und emotionale Bedürfnisse zu erkennen
  • Sie erlangen einen eigenen druckfreien Umgang mit der Situation und entwickeln Strategien für sich und ihr Kind
  • Wir fördern die Zusammenarbeit mit dem Umfeld und ich begleite Sie zu Schulgesprächen/Standortgesprächen in Kita, Kindergarten oder Schule

Coaching für Lehrpersonen oder Psychologisch – pädagogische Fachpersonen

Einzel- oder Gruppensetting – Workshops und Weiterbildungen auf Anfrage

  • Sie sind (angehende) Lehrperson, Kita-oder Kindergarten Fachperson, Sozialpädagog*in, Erzieher*in, Familienbegleiter*in, Schulsozialarbeiter*in, Psycholog*in und in ihrem Berufsalltag spielt die Beziehungsebene eine grosse Rolle
  • Sie sind mit Schüler*innen/Kindern und Jugendlichen in Kontakt, welche „Verhaltensauffälligkeiten“ zeigen z.B Motorische Unruhe, Impulsivität, geringe Frustrationstoleranz, aggressives Verhalten, unkooperatives Verhalten, störendes Verhalten
  • Sie möchten lernen, emotionale Prozesse hinter dem Verhalten zu verstehen
  • Sie möchten das Verhalten verstehen, als Hinweis auf ungestillte emotionale Bedürfnisse zu interpretieren und im Perspektivwechsel konstruktive Antworten finden
  • Verhalten nicht als störend, sondern als wertvolles Signal auf innerliegende Prozesse zu lesen und zu verstehen
  • Verhalten in einem Gesamtzusammenhang zu erkennen, es sinnhaft einzuordnen und neue konstruktive Handlungsalternativen zu entwickeln
  • Auf strafende, sanktionierende, verhaltenspädagogische und operante konditionierende Massnahmen wie Punkte- oder Ampelsysteme verzichten
  • Sie möchten Wutanfälle und Aggressionen gut begleiten und Co-Regulieren
  • Sie möchten eine traumapädagogische Haltung erlangen
  • Sie möchten sich mit Grundlagen der Entwicklungspsychologie, der Säuglingsforschung und Traumaforschung auskennen und diese Erkenntnisse in ihrem (Berufs)- Alltag mit einfliessen lassen
  • Sich selbst reflektieren und eigene Gedanken, Emotionen, Gefühle und Handlungen besser verstehen

Selbstkompetenz stärken

Dieser Reflexionsbogen im Umgang mit digitalen Medien, setzt den Fokus auf die Selbstkompetenz – also die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung, Selbstorganisation, Selbstführung und Emotionsregulation.