Kurzinputs

Das Annehmen und Akzeptieren eigener Schwächen und Stärken, das ist Selbstliebe. Und nur wenn wir uns selbst akzeptieren, sind wir befähigt andere zu akzeptieren, mit all ihren Stärken und Schwächen. Kein Mensch ist perfekt. Ich bin gut genug, so wie ich bin! Und das tolle am Menschsein ist, dass wir uns Tag für Tag immer wieder neu entscheiden können, wie wir ein Problem, ein Umstand oder eine Situation betrachten wollen. Wir haben immer eine Wahl, denn wir sind entscheidungstreffende Wesen und nicht durch Umstände geprägt.

 

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Erst wenn wir verstehen, dass Erziehung nicht auf dem Prinzip; Überlegenheit und Unterlegenheit beruht oder auf Basis der Machtausübung funktioniert,
„Wenn du nicht, dann…“
„Hier bestimme ich, wie es läuft…“
„Erst wenn du… dann darfst du…“ etc.
können wir uns auf Augenhöhe unserer Kinder begeben und in die Gleichwertigkeit gehen. Dann wird aus Erziehung – Beziehung!

 

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Verhält sich ein Kind frech, problematisch oder gar aggressiv, ist etwas „in seiner Welt“ ins Wanken geraten. Es sucht Hilfe und Auswege und drückt dies über sein Verhalten aus. Werden die Verhaltensweisen sanktioniert fühlt sich das Kind missverstanden, gedemütigt und nicht ernstgenommen.
Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, sich über die möglichen Beweggründe für das Verhalten Gedanken zu machen. Gab es eine Veränderung innerhalb der Familie, Schule oder im Freundeskreis? Manchmal kann es hilfreich sein, eine aussenstehende Person miteinzubeziehen, da sie befähigt ist, die Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen und damit womöglich die eigene subjektive Wahrnehmung anders zu beleuchten vermag.
 
 
 
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Was oder wieviel sagt uns ein Abschluss ein Diplom oder ein Titel über einen Menschen. Er sagt uns, dass er Lerninhalte verinnerlicht hat, wiedergeben kann, befähigt ist, sie womöglich umzusetzen und fachlich Bescheid weiss. Was er jedoch nicht sagt, ist der Grad an wertschätzendem Umgang mit Anderen, Empathie, Menschenkenntnis, respektvolle Kommunikation und Sinn und Verständnis für die Andersartigkeit jedes Menschen.
 
 
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„Der Weg zur Grösse ist mit Anderen.“

Baltasar Gracián

Eine Gesellschaft die sich vermehrt durch Individualismus, Rivalität und ein Gegeneinander statt ein Füreinander auszeichnet, wird nie erfolgreich sein – in jeder Hinsicht. Erfolge erzielt man gemeinsam. 

Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie vertrat stets die Ansicht, dass die Menschen mehr Gemeinschaftsgefühl benötigen. Damit meinte er konkret, dass sich mehr Mitmenschlichkeit untereinander und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit im Interesse der Gemeinschaft, sich nicht nur im eigenen Wohlbefinden niederschlägt sondern sich  auch in der psychischen Gesundheit  einer ganzen Gesellschaft widerspiegelt. 


Weshalb nur, haben wir die Meinung, dass es sich bei der Erziehung unserer Kinder um «harte Arbeit» handelt? Ich habe da nur eine Erklärung; die gefühlte «harte Arbeit» ist «hausgemacht» und entsteht, wenn wir die Grenzen unserer Kinder überschreiten, wenn wir unsere autoritäre Macht missbrauchen, wenn wir sie in Abmachungen nicht miteinbeziehen, einseitige Forderungen stellen, wenn wir sie überfordern –  im Sinne von zu hohen oder unrealistischen Erwartungen, wenn sie zu lange und zu sehr nach den Wünschen und Vorstellungen der Eltern richten müssen. (Bsp. Tagesablauf, Kita-Tag) oder sie kränken im Sinne von Missachtung ihrer Bedürfnisse.

Das führt dazu, dass unsere Kinder nicht mehr mit uns kooperieren, obwohl sie aus entwicklungspsychologischer Sicht, intrinsisch immer mit uns zusammenarbeiten wollen.

Was ist schlecht daran, wenn wir unsere Kinder als gleichwertige Partner ansehen? 

«If we treated our friends like we treat our children, pretty soon we would have no friends.”

(Rudolf Dreikurs 1897-1972)